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Blogbeitrag der Praxis Kirchviertel

Lipoprotein(a): Was die neue Cholesterin-Leitlinie 2026 bedeutet

  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen weiterhin zu den häufigsten gesundheitlichen Belastungen in Deutschland. Im März 2026 wurde eine überarbeitete gemeinsame Leitlinie führender amerikanischer Fachgesellschaften (ACC/AHA) zum Management von Fettstoffwechselstörungen veröffentlicht. Sie verändert, wie Ärztinnen und Ärzte das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall einschätzen – mit einem stärkeren Fokus auf individuelle Risikofaktoren statt starrer Grenzwerte für alle.


Cholesterin Leitlinie Lipoprotein a

Als Hausarztpraxis mit kardiologischer Privatsprechstunde in Bochum verfolgen wir solche Entwicklungen, weil sie unmittelbar in unsere tägliche Beratung einfließen. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen die wichtigsten Neuerungen – verständlich und mit Bezug auf die Vorsorgemöglichkeiten, die wir in unserer Praxis anbieten.


Was hat sich geändert: individuelle Risikoeinschätzung statt Einheitsgrenzwert


Früher orientierte sich die Bewertung des Herz-Kreislauf-Risikos stark an einzelnen

Cholesterinwerten. Die neue Leitlinie setzt stärker auf eine mehrstufige, individualisierte Einschätzung: Zunächst wird das Risiko anhand etablierter

Risikorechner berechnet, anschließend werden persönliche Faktoren wie Familiengeschichte oder bestehende Begleiterkrankungen einbezogen.

Bestehen danach noch Unsicherheiten, kann eine bildgebende Untersuchung der Herzkranzgefäße zur weiteren Einordnung herangezogen werden.


Für Sie als Patient bedeutet das: Die Entscheidung für oder gegen eine medikamentöse Behandlung wird individueller getroffen – mit dem Ziel, einerseits

unnötige Therapien zu vermeiden und andererseits Risiken nicht zu übersehen, die früher möglicherweise unterschätzt wurden.


Lipoprotein(a) – einmal messen, ein Leben lang wissen


Eine der zentralen Neuerungen: Erwachsene sollten ihren Lipoprotein(a)-Wert, kurz Lp(a), mindestens einmal im Leben bestimmen lassen.


Lp(a) ist ein Blutfett-Partikel, das in seiner Struktur dem LDL-Cholesterin ähnelt, aber zusätzliche Eigenschaften besitzt, die mit Gefäßverkalkung in

Verbindung gebracht werden. Der entscheidende Unterschied zu vielen anderen Blutwerten: Die Höhe des Lp(a)-Spiegels ist überwiegend genetisch bedingt

und bleibt über das Leben weitgehend stabil. Während sich LDL-Cholesterin durch Ernährung, Bewegung oder Medikamente verändern lässt, ist das bei Lp(a)

kaum der Fall.


Genau deshalb reicht eine einmalige Messung aus, um eine wichtige Information über das langfristige Risiko zu erhalten. Liegt der Wert erhöht, hat das

keinen unmittelbaren Behandlungsbedarf für Lp(a) selbst zur Folge – es ist aber ein wichtiges Signal, andere beeinflussbare Risikofaktoren wie Blutdruck,

LDL-Cholesterin oder Lebensstil konsequenter im Blick zu behalten.


Der Koronarkalk-Score: Bildgebung bei unklarer Risikolage


Wenn nach der ersten Risikoeinschätzung Unsicherheit besteht – etwa ob eine medikamentöse Therapie sinnvoll ist – kann eine Untersuchung der

Herzkranzgefäße mittels Computertomographie zusätzliche Klarheit bringen. Dabei wird die Menge an Kalkablagerungen in den Gefäßwänden gemessen,

dem sogenannten Koronarkalk-Score (Coronary Artery Calcium Score, CAC).


Ein Kalk-Score von null spricht für ein niedriges Risiko in den kommenden Jahren; in solchen Fällen kann der Fokus zunächst stärker auf Lebensstilmaßnahmen

liegen. Höhere Werte sprechen für eine bereits fortgeschrittene Gefäßveränderung und können dazu führen, dass eine lipidsenkende Behandlung

empfohlen wird, auch wenn zuvor noch Unsicherheit bestand.


Was bedeutet das konkret für Sie?


Die neue Leitlinie liefert mehr Werkzeuge für ein fundiertes, individuelles Gespräch über Ihr persönliches Herz-Kreislauf-Risiko – statt einer pauschalen Empfehlung für alle. In unserer Praxis in Bochum besprechen wir mit Ihnen, welche dieser Untersuchungen für Ihre persönliche Situation sinnvoll sein können.


Im Rahmen unseres Gefäß-Check-ups bieten wir unter anderem an:


die Bestimmung des Lipoprotein(a)-Werts, sofern dieser noch nicht bekannt ist

eine individuelle Risikoeinschätzung im Gespräch bei Bedarf eine Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern (Carotis-Duplex) zur Beurteilung

von Gefäßablagerungen die Koordination weiterführender Untersuchungen

wie eines Koronarkalk-CT bei behandelnden Fachärzten oder Radiologien

Hinweis zu den Kosten: Die Bestimmung von Lipoprotein(a) sowie Untersuchungen wie der Carotis-Duplex zählen bei vielen Patientinnen und Patienten zu den sogenannten IGeL-Leistungen (individuelle Gesundheitsleistungen) und werden in der Regel nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Gerne informieren wir Sie im

persönlichen Gespräch über die jeweiligen Möglichkeiten und Kosten.


Lebensstil bleibt die Basis


Unabhängig von neuen Messmethoden gilt weiterhin: Ein gesunder Lebensstil ist die wichtigste Grundlage für gesunde Gefäße. Dazu zählen eine ausgewogene,

pflanzenbetonte Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität, ein gesundes Körpergewicht sowie ausreichender Schlaf.


Fazit


Die Leitlinie 2026 steht für einen Trend hin zu individuellerer Vorsorge: Wer seinen Lipoprotein(a)- Wert kennt, hat eine wichtige Information über sein

genetisches Risikoprofil – einmal gemessen, ein Leben lang gültig. Bildgebende Verfahren wie der Koronarkalk-Score helfen dabei, in unklaren Fällen

eine fundiertere Entscheidung zu treffen.


Wenn Sie mehr über Ihre persönliche Herz-Kreislauf-Vorsorge erfahren möchten, sprechen Sie uns gerne an – wir beraten Sie individuell zu den Möglichkeiten

im Rahmen unseres Gefäß-Check-ups in Bochum.

Quelle: ACC/AHA/Multisociety Guideline on the Management of Dyslipidemia, veröffentlicht März 2026 in Circulation (American Heart Association/American College of Cardiology).


Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei Fragen zu Ihren persönlichen Risikofaktoren sprechen Sie uns gerne an.

 
 

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Praxis Kirchviertel

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44799 Bochum

Tel  0234 3247700

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